Der Australian Shepherd: Ein pflichtbewusster und treuer Familienhund

FCI Kassifikation: 342,

Widerrist: Rüden 51 bis 58 cm, Hündinnen 46 bis 53 cm

Farbe: Blue Merle; Schwarz; Red Merle; Rot

Fell: Mittellang, glatt bis leicht gewellt, mit Unterwolle

Gewicht: 15 bis 20 kg

Lebenserwartung: 14 Jahre

Erziehungsaufwand:

Familientauglichkeit:

Pflegeintensitaet:

Erziehungsaufwand:

Groessenklasse:

Bewegungsintensität:

Erziehungsaufwand: 1

Familientauglichkeit: 4

Pflegeintensitaet: 2

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Zuchtverbaende:

Der Australian Shepherd – ein ganz besonderer Hund

Der Australien Shepherd – von seinen Fans auch „Aussie“ genannt – ist ein Hund mit vielen Talenten. Diese Hunde sind nützliche und vielseitig einsetzbare Helfer auf den Farmen und Ranches bzw. in unserer heimischen Landwirtschaft. Dabei erfreuen sie sich besonderer Beliebtheit bei den Westernreitern und das sowohl in ihrem Heimatland als auch hier in Europa. Ein Aussie hat eine besonders schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten.

Zu wem passt der Australian Shepherd?

Für bequeme Hundehalter ist dieser agile Hund überhaupt nicht geeignet. Hat er nicht die Möglichkeit, seinem Hütetrieb nachzugehen, sollte er zumindest durch eine Hundesportart wie Agility, Flyball oder Turnierhundesport sinnvoll beschäftigt werden.Bewährt hat sich der Australian Shepherd auch als Rettungs-, Behindertenbegleit- oder Therapiehund. Außerdem ist er auch zum beliebten Begleithund für Reiter geworden. Wenn er nicht nur körperlich, sondern geistig entsprechend gefördert wird, ist er ein ausgeglichener, ruhiger und angenehmer Hund in der Familie.

Und woher kommt der Australian Shepherd?

Seinen Namen hat der Australian Shepherd aus der FCI Gruppe 1 nicht etwa von seinem Herkunftsland erhalten, sondern von den Tieren, die er ursprünglich zu hüten hatte: Schafe. Diese Schafe waren von Europa nach Australien und später, um 1800 nach Amerika gelangt, wo sie als „Australian Sheep“ bezeichnet wurden. Bereits in den 1950er Jahren gab es diesen wundervollen Hund, der erst im Jahr 1996 von der FCI anerkannt wurde. Der Aussie gehört zu den Hüte- und Treibhunden und ist ein mittelgroßer Hund mit einer Schulterhöhe von 51 bis 58 cm bei Rüden und 46 bis 53 cm bei Hündinnen. Die Rasse des Australian Shepherd hat sich in den USA entwickelt. Die Hunde sind sehr gelehrig und haben einen enormen Lern- und Arbeitswillen. Es waren die Farmer, die die Aussies mit sorgfältiger Zuchtauslese weiterentwickelt haben.

Die Legende um die Entstehung des „Aussie“

So geht die Legende zu seiner Entstehung: Ernie Hartnagel war ein Farmer in Boulder, Colorado. Er und sein Onkel Frank unterhielten eine Rinderherde, die sie über die Weiden treiben mussten. Im Sommer stiegen hier die Temperaturen rasch an und die Rinder sollten möglichst flott in die Berge hinauf getrieben werden. Sogar den Hunden würde es dann nicht mehr gelingen, die Herde zur Fortbewegung zu bringen. Ein paar der Hunde, die zum Treiben eingesetzt wurden, waren Border Collies, aber selbst die ermüdeten bei den Temperaturen rasch – nur einer nicht … Nur ein einziger schwarzer Hund mit einer Stummelrute schien noch unermüdlich zu sein. Ganz gleich, welche Temperatur und welche Höhe – er war immer auf dem Posten. Und er trug den Namen „Rover“. Rover war der beste Hund, den Ernie jemals gesehen hatte. Aber noch etwas geschah, denn in der Mitte des 20. Jahrhunderts begannen die Menschen, die Geschichte dieser Hunde aufzuschreiben. Und da fiel es auf: Bisher hatte niemand eine Rasse erwähnt, sondern immer nur angegeben, dass er einen Hund habe, der „sehr gut arbeite“. Eines aber war allen Tieren gemeinsam: Die Rede war immer von „kleinen blauen Hunden“, „kleinen blauen stummelrutigen Hunden“ oder auch von „Ghost-Eyed-Dogs“.

Allen diesen Hunden waren also eine Stummelrute und ein hohes Auftreten von blauen Augen gemeinsam. Die Charakteristik, die diese Hunde zu einer Rasse werden ließ, war aber doch, dass die Hunde die Fähigkeit zu „arbeiten“ hatten und das ganz gleich, welche Tiere es waren – Schafe, Pferde, Rinder, Enten, Gänse… die Hunde wurden mit allem fertig. So waren irgendwann die Hunde in Colorado immer häufiger zu sehen. Rover war lediglich der erste Hund, der aufgefallen war. Die Entstehungsgeschichte der Aussies ist sehr spannend und es lohnt sich, einmal genauer nachzulesen, wenn man sich für die Eigenheiten unterschiedlicher Hunderassen interessiert.

Der Buchtipp zum australian-shepherd:

Der Australian Shepherd ist ein lebenslustiger Hund, der richtig clever ist und voller Energie steckt. So ein aktiver Hund kann schnell zur Herausforderung für sein Herrchen oder Frauchen werden und erzieht sich natürlich auch nicht von selbst – keine Hunderasse kann das. Ein Buch, das den „Aussie“ realistisch und voller Begeisterung für diese wunderbare Hunderasse beschreibt, ist eine tolle Lektüre für jeden Aussie-Liebhaber und -Halter.

Der Charakter des Australian Shepherd

Der Australian Shepherd ist ein ausgesprochen intelligenter und harter Hund, der sehr ausdauernd ist und über eine schnelle Auffassungsgabe verfügt. Er ist einer der wenigen Hunde, der in der Lage ist, selbstständig und lösungsorientiert zu handeln. Der Hüteinstinkt ist den Aussies angeboren und deshalb muss jeder Halter dringend darauf achten, dass dieses Verhalten in die richtigen Bahnen gelenkt wird, am besten durch gezieltes Training. Wie der Border Collie auch zeigt er bei der Hütearbeit dieselbe Haltung: Das Auge, eine gebückte Stellung und das Anstarren der Tiere, die er hüten soll. Mit Schnappen in die Fesseln und Flanken treiben die Hunde die Herde in die gewünschte Richtung.

Auch als Familienhund ist der Aussie ein passender Partner, der allerdings – fröhlich, aktiv und klug wie er ist – zusätzlich durch körperliche und geistige Beschäftigung ausgelastet werden muss. Agility bietet sich an und es gibt rein gar nichts, was der Australian Shepherd nicht kann. Dabei bleibt er doch der wunderbare Familienhund, der intelligent, verspielt und fröhlich ist, leicht zu erziehen und mit einem ausgeprägten „will to please“ – er möchte seinem Besitzer gefallen. Diesen verteidigt er im Ernstfall übrigens bis aufs Blut. Ein gelangweilter Aussie aber ist das geballte Chaos: Nervös, absolut unerträglich mit einem Hang zur Zerstörungswut. Gerne wird er auch als Reitbegleithund am Pferd mitgenommen, da er nicht jagt. Leider kann es aber trotzdem einmal passieren, dass er Wild mit einer Herde verwechselt und es deshalb verfolgt. Er hat keinen Tötungstrieb, deswegen wird dem Wild nichts geschehen. Dumm ist nur, dass der Hund erst einmal trotzdem weg ist.

Unser Buchtipp: Beschäftigung von Hütehunden

Hütehunde wie der Border Collie und eben auch der Australian Shepherd müssen ihrer Rasse entsprechend beschäftigt werden. Ein Ratgeber für die optimale Auslastung und einer Anleitung für Hütespiele ist absolut hilfreich für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Hund.

Ist der Aussie wirklich so leicht erziehbar?

Mittlerweile leidet die Rasse an einer Modewelle, passt aber doch trotzdem nicht zu jedem. Der Australian Shepherd ist ein ausgesprochen schöner Hund, obendrein von einigen „Züchtern“ als „leicht erziehbar“ angepriesen, da er sehr lernfähig ist. Aber Lernfähigkeit und Erziehbarkeit sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Genau so schnell wie er Kommandos lernt, lernt er bei falscher Behandlung auch Verhaltensweisen, die er nun gerade nicht lernen soll. Und es ist charakteristisch für alle Hunde, eben genau die Dinge zu tun, die ihnen einen Vorteil verschaffen. Der Aussie ist nun einmal sehr, sehr aufmerksam und bald kennt er seinen Herrn besser als der sich selbst kennt.

Der Australian Shepherd hat – ebenso wie der Collie – öfter mit dem MDR1-Defekt zu kämpfen. Hierbei handelt sich um eine Störung im Multidrug-Resistance Transporter (MDR1), der für die Blut-Hirnschranke verantwortlich ist und eine Überempfindlichkeit gegenüber Ivermectin und anderen Medikamenten herbeiführt. Bei den betroffenen Hunden kann eine Behandlung mit diesem Medikament zum Tode führen.

Außerdem beobachtet man ein gehäuftes Auftreten folgender Erkrankungen:

  • CEA (Collie Eye Anomalie, die in unterschiedlichen Schweregraden auftritt) und weitere Augenkrankheiten, deren Grad der Vererbung noch nicht abschließend geklärt ist: PRA (Progressive Retina Atrophie), Iriskolobom (Spaltmissbildung der Iris)
  • Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie
  • Epilepsie
  • Katarkt (Grauer Star)
  • Gebissfehler
  • Allergien
  • Schilddrüsen- und Herzprobleme

In den letzten Jahren traten alle diese Krankheiten vermehrt auf, was zum Teil wohl tatsächlich von der zunehmenden Beliebtheit der Hunde und der damit zusammenhängenden wilden Vermehrung kommt.

Unser Tipp: Das Merle-Gen beim Australian Shepherd

Farblich kommen die Hunde aus der FCI Gruppe 1 auch als Merle-Schattierungen, was bedeutet, dass sie wie marmoriert aussehen. Verpaart man nun zwei Träger des Merle-Gens miteinander, kann es zu schweren Defekten wie Taubheit oder Blindheit kommen. Solche Paarungen sind in Deutschland und in der Schweiz verboten.

Welches Futter braucht mein Australian Shepherd?

Der Australian Shepherd gehört zu den mittelgroßen Hunden mit einer recht kurzen Wachstumsphase. Ein angepasster, erhöhter Energiegehalt des Futters trägt dazu bei, innerhalb dieser kurzen Wachstumsphase diesen Bedarf zu decken. Eine ausgewogene Kalzium- und Phosphor-Zufuhr unterstützt dabei den harmonischen Knochenaufbau und die Zahnbildung des Welpen. Antioxidantien wie Taurin, Lutein und die Vitamine E und C tragen zur Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte bei. Ein solches Welpenfutter gibt man in der Regel bis zu zwölf Monaten.

Nach dem Welpenfutter sorgt ein angepasstes Alleinfuttermittel für eine ausgewogene Ernährung. Dabei kann ein mit Omega-3-Fettsäuren angereichtertes Futter hilfreich sein, denn es trägt zur Gesunderhaltung der Haut bei. Spezielle Antioxidanzien und Mannan-Oligosaccharide können helfen, die Abwehrkräfte des ausgewachsenen Hundes zu stärken.

Modehund Australian Shepherd?

Die Beliebtheit des Australian Shepherd ist schon fast ein Trauerspiel. In den letzten Jahren hat sie so stark zugenommen, dass das Halten eines Aussie regelrecht zur Mode geworden ist. Ihm ist sicherlich auch sein ausgesprochen attraktives Äußeres zum Verhängnis geworden, denn hierüber vergessen manche Menschen die Eigenschaften und Bedürfnisse eines Hundes. Besonders tragisch für die Rasse ist, dass immer mehr Australian Shepherd-Welpen nicht aus seriösen Zuchten kommen. Mit der steigenden Beliebtheit der Rasse haben sich „Vermehrer“ unter den Züchtern für den Australian Shepherd breit gemacht, die ihre Welpen überall günstig anbieten. Dabei ist es für Hundeneulinge sehr schwer, einen planlosen „Welpenproduzenten“ von einem seriösen, kompetenten Aussie-Züchter zu unterscheiden. Wer sich für einen Australian Shepherd-Welpen interessiert, muss unbedingt bevor er zu einem Züchter fährt wissen, wie er eben diesen seriösen Züchter erkennt. Es darf nicht sein, dass die Unkenntnis des Besitzers dazu führt, dass ein solch schöner und arbeitswilliger Hund am Ende etwa in einem Tierheim landet, weil man sich nicht über seine Bedürfnisse als Hütehund im Klaren war.

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