Der Bernhardiner – der klassische Rettungshund für den Bergdienst!

FCI Kassifikation: 61, Gruppe 2, Sektion 2

Widerrist: Rüden 70 bis 90 cm; Hündinnen 65 bis 80 cm

Farbe: Rot-Weiß

Fell: kurz- und langhaarige Schläge

Gewicht: 70 bis 80 kg

Lebenserwartung: 11 Jahre

Erziehungsaufwand:

Familientauglichkeit:

Pflegeintensitaet:

Erziehungsaufwand:

Groessenklasse:

Bewegungsintensität:

Erziehungsaufwand: 2

Familientauglichkeit: 4

Pflegeintensitaet: 3

Größenklasse: 3

Bewegungsintensitaet:

Charakter: , ,

Krankheiten: , , ,

Familie:

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Zuchtverbaende:

Was macht den Bernhardiner zu solch einem wunderbaren Hund?

Das bemerkenswerte Aussehen des Bernhardiners machte ihn wohl zu einer der bekanntesten Hunderassen. Einem dieser Hunde wird nachgesagt, 40 Menschen vor dem sicheren Tod im Schnee bewahrt zu haben. Ihren Einsatz fanden sie einst als Lawinenhunde. Diese Aufgabe haben sie heute freilich nicht mehr, denn die moderne Technik hat sie mehr und mehr verdrängt. Heute erledigen kleinere Hunde seine Aufgabe im Schnee und werden von den Hubschraubern an ihren Einsatzort geflogen.

Woher kommt der Bernhardiner?

Ihren Namen verdanken die Bernhardiner dem Hospiz St. Bernhard in den Schweizer Alpen. Dort fanden Reisende und Lawinenopfer Unterkunft und Hilfe. In der Mitte des siebzehnten Jahrhunderts beschlossen die Mönche dieses Hospizes, die Bernhardiner zur Rettung von Lawinenopfern einzusetzen. Die Bernhardiner dieser Zeit unterschieden sich in ihrem Äußeren noch ganz erheblich von den heutigen Hunden dieser Rasse, denn sie waren viel weniger massig gebaut und dadurch auch deutlich wendiger. Der sichere Instinkt der Bernhardiner für die Unbilden der Natur hat schon viele Menschen vor dem Tod durch Schneestürme und Lawinen bewahrt. In den Jahren um 1900 soll ein Bernhardiner namens „€žBarry“€œ vierzig Menschen das Leben gerettet haben. So erzählt eine rührende Legende davon, dass Barry einen kleinen, im Schnee liegenden Jungen durch intensives Belecken aufweckte und ihn auf seinem Rücken ins Hospiz trug. Bewiesen ist diese Geschichte allerdings nicht. In den Tälern waren die Hunde für die Bewachung von Haus und Hof zuständig, bewachten die Herden und wurden als Zugtiere vor Karren gespannt. Erst spät, gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts, begann man mit der Reinzucht der Bernhardiner. Heute versucht man, bei der Zucht zu massige Tiere mit übertriebenen Rassemerkmalen zu vermeiden. Der Name „€žBernhardiner“€œ ist erst seit dem Jahr 1865 gebräuchlich. Auch wird im Jahr 1856 erstmals die Einkreuzung von Neufundländern erwähnt. Bis dahin gab es nur kurzhaarige Hunde. Die langhaarigen Hunde wirkten viel attraktiver als die kurzhaarigen und so verwundert es nicht, dass heute die langhaarigen Bernhardiner häufiger anzutreffen sind. Die Mönche im Hospiz befanden die langhaarigen Hunde für den Bergdienst brauchbarer und verschenkten oder verkauften sie oft an hochrangige Persönlichkeiten. Im Jahr 1887 fand ein Kongress in Zürich statt, der den Zuchtstandard der Bernhardiner vereinheitlichte. Heute müssen alle Bernhardiner-Züchter, die der FCI unterstellt sind, nach diesem Standard züchten.

Wie sieht der Bernhardiner aus?

Es gibt zwei Varietäten des Bernhardiners: Der kurzhaarige (Stockhaar) Bernhardiner und der langhaarige. Beide haben eine beachtliche Größe und sind von erhabener Erscheinung. Ihr Wesen ist freundlich, sie sind ruhig bis lebhaft und wachsam. Der massive Kopf der Bernhardiner ist sehr imposant und ausdrucksstark. Der Schädel ist stark und breit mit markantem Stop. Der Nasenschwamm ist schwarz, breit und eckig. Der Fang ist gleichmäßig breit, die Lefzenränder sind schwarz pigmentiert. Der Kiefer des Bernhardiners ist kräftig und breit mit regelmäßigem Scheren- oder Zangengebiss. Die Augen sind mittelgroß, dunkel- bis nussbraun mit freundlichem Ausdruck. Die mittelgroßen Ohren sind hoch und breit angesetzt. Die Ohrlappen sind geschmeidig und dreieckig mit leicht gerundeter Spitze. Der hintere Rand der Ohren steht leicht ab, der vordere Bereich liegt an den Backen an. Der Hals der Hunde ist kräftig mit mäßiger Kehl- und Halswamme. Die Rute ist lang und schwer, in der Ruhe wird sie gerade herabhängend getragen. Die Vorder- und die Hinterpfoten sind breit, mit kräftigen, eng aneinander liegenden, stark gewölbten Zehen. Der Bernhardiner bewegt sich harmonisch mit ausgreifendem Bewegungsablauf mit gutem Schub aus der Hinterhand. In der Stockhaarvariante ist das Deckhaar dicht, glatt, anliegend und derb mit reichlich Unterwolle. Die Keulen sind leicht behost, die Rute ist dicht behaart. Die Langhaar-Varietät hat mittellanges, gerades Deckhaar mit reichlich Unterwolle, Gesicht und Ohren sind kurz behaart. Über Hüfte und Kruppe ist das Fell meistens etwas gewellt, die Vorderläufe mit Befederung und stark behosten Keulen. Die Rute buschig behaart. Die Grundfarbe des Bernhardiners ist weiß mit kleineren oder größeren rotbraunen Platten (Plattenhunde) oder mit bis durchgehender rotbrauner Decke über Rücken und Flanken (Mantelhunde). Vorgegeben sind weiße Abzeichen an Brust, Pfoten, Rutenspitze, Nasenband, Blesse und Genick. Erwünscht ist ein weißer Kragen und eine symmetrische dunkle Maske. Das Mindestmaß der Widerresthöhe liegt beim Rüden bei 70 und bei Hündinnen bei 65 Zentimetern. Auch ein Höchstmaß ist vorgeschrieben: Bei Rüden beträgt es 90 und bei Hündinnen 80 Zentimeter.

Ein wenig „Bernhardiner-Geschichte“€œ:

Heinrich Schumacher von Hollingen bei Bern war der erste, der 1867 für seine Hunde Abstammungsurkunden ausstellte. Im Jahr 1884 wurde das „€žSchweizerische Hundestammbuch“ (SHSB) eröffnet. Die erste Eintragung war ein Bernhardiner namens „Léon“, die weiteren 28 Eintragungen waren ebenfalls Bernhardiner. Kurz darauf wurde der „€žSchweizerische St. Bernhardsclub“€œ in Basel gegründet und anlässlich eines internationalen Kynologenkongresses im Jahr 1887 wurde der St. Bernhardshund offiziell als schweizerische Hunderasse anerkannt, der Rassestandard wurde als verbindlich erklärt. Seither gilt der Bernhardiner als Schweizer Nationalhund.

Was muss ich bei der Haltung des Bernhardiners beachten?

Der Bernhardiner wird vorwiegend als Hof-, Wach- und Begleithund eingesetzt, er soll ein freundliches, ausgeglichenes Wesen besitzen, aber dennoch wachsam sein. Heute wird er kaum noch als Lawinenhund eingesetzt und damit beschränkt sich sein Arbeitseinsatz auf die Ausbildung zum Begleithund. Die Hunde sind sehr selbstständig und können daher auch einmal eigensinnig und stur sein, trotzdem erwarten sie aber Pflege und Zuneigung von ihren Menschen. Ursprünglich als Arbeitshunde gezüchtet wollen sie beschäftigt sein. Dabei darf man von ihnen aber keine körperlichen Höchstleistungen erwarten. Ausgedehnte Spaziergänge sind für sie ideal. Bei ihrer Größe fühlen sie sich am wohlsten in einem Haus mit einem großen Garten. Die meisten Hunde wechseln zweimal im Jahr ihr Fell und bei einem Hund wie dem Bernhardiner fällt eine beträchtliche Menge Haare an. Hier hilft nur eines: Bürsten. Dies ist ein unbedingtes „€žMuss“€œ bei den langhaarigen Bernhardinern, die kurzhaarigen sind weniger pflegeintensiv. Sie sollten aber ebenfalls regelmäßig gebürstet werden. Den Hund zu baden ist nicht nur überflüssig, sondern kann auch schädlich sein, denn das hierbei entfettete Haar wird leichter nass und der Säuremantel der Haut wird unnötig zerstört. So können Erkältungskrankheiten provoziert werden.

Unser Filmtipp für Bernhardiner-Fans:

Was kennzeichnet den Charakter des Bernhardiners?

Der Bernhardiner ist ein sehr ausgeglichener und selbstsicherer Hund und er ist sehr gutmütig und kinderlieb. Er ist sehr anhänglich und braucht viel Kontakt zu seiner Familie, aber auch zu anderen Hunden. Eine konsequente Erziehung ist notwendig, damit die unbändige Kraft der Hunde nicht in eine falsche Richtung gelenkt wird. Dazu ist er sehr lebhaft und aufmerksam, gerade in seiner Jugendzeit. Richtig erzogen ist er ein verlässlicher, wachsamer Hund mit einem nur mäßigen Schutztrieb.

Unser Tipp: Mit dem Bernhardiner unterwegs

Als Welpe hat der Bernhardiner seinen Weg ins neue Zuhause vermutlich im Auto angetreten. Das ist mit einem kleinen Hund sicherlich auch kein Problem. Was aber, wenn eine Autofahrt ansteht und aus dem niedlichen kleinen Welpen ist der wirklich große erwachsene Bernhardiner geworden? Im Straßenverkehr gilt der Hund im Auto als „Ladung“, die gesichert werden muss. Und machen wir uns nichts vor – der Platz des Beifahrers oder die Rückbank sind für einen großen Hund wie den Bernhardiner wirklich nicht der passende Ort. Gut geeignet ist der Kofferraum, in dem ein großer Hund bequem Platz nehmen kann. Hier bleibt es dem Hundehalter und auch dem Temperament des Hundes überlassen, ob eine Transportbox oder eine Schondecke für den Kofferraum sein soll. Eine Schondecke beispielsweise schützt Kofferraum und Polster perfekt vor Schmutz und Haaren und der Hund kann sich bequem ausstrecken.

Gibt es Rassekrankheiten bei den Bernhardinern?

Der Bernhardiner ist relativ gesunder und robuster Hund. Er ist wenig krankheitsanfällig. Dennoch haben Bernhardiner aufgrund ihrer Größe wie andere große Hunderassen häufig Probleme mit Hüftgelenksdysplasie (HD). Auch Knochenkrebs, Magendrehung und Augenprobleme kommen vor. Allerdings geben sich die Züchter des Bernhardiners große Mühe, durch sorgfältige Selektion der Elterntiere die Krankheitsanfälligkeit der Hunde so gering wie möglich zu halten.

Unser Tipp bei heißem Wetter:

Im Geiste sehen wir den schönen Bernhardiner ja immer in Eis und Schnee. Was aber, wenn es draußen heiß und der Hund erhitzt ist? Unser Tipp lautet daher: Gönnen Sie Ihrem Bernhardiner doch eine Kühlmatte! Diese kann der Hund selbstständig zum Abkühlen aufsuchen und genau so lange dort liegen bleiben, wie es für ihn angenehm ist.

Was muss ich bei der Ernährung beachten?

Der Bernhardiner ist eine sehr frohwüchsige Rasse. Daher ist bei einem Fertigfutter auf einen geringen Eiweißanteil zu achten, denn die Hunde sollen nicht gepusht werden, sondern sich langsam entwickeln. Wichtig ist es, den Bernhardiner – wie übrigens alle Großhunderassen – sehr schlank zu halten, um Schäden an Skelett und Bandapparat zu vermeiden. Bei Unsicherheit wird jederzeit der Züchter beratend zur Seite stehen. Erwachsene Hunde können durchaus einmal am Tag gefüttert werden, eine zweimalige Futtergabe ist aber vorzuziehen. Naturgemäß belastet eine einmalige größere Futterration den Hund mehr als mehrere kleine.

Unser Tipp: Rutschfeste Futternäpfe für entspanntes Fressen

Natürlich ist dem Hund gleichgültig, woraus er sein Futter erhält. Ein rutschfester Napf, leicht zu reinigen und spülmaschinengeeignet, macht das Fressen für den großen Bernhardiner deutlich entspannter.

Unser Fazit zum markanten Bernhardiner

Der Bernhardiner ist ein sehr ausgeglichener Hund mit einer sprichwörtlichen Gutmütigkeit und Liebe zu Kindern. Er braucht unbedingt Familienanschluss und ist in einem Zwinger absolut falsch untergebracht. Der anhängliche und liebevolle Bernhardiner ist sehr verlässlich und wachsam, wenn auch nur mit einem mäßigen Schutztrieb ausgestattet.

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