Neufundländer: Ausgesprochen robust mit einem Hang zum Wasser

FCI Kassifikation: 50, Gruppe 2, Sektion 2.2

Widerrist: Rüden etwa 71 cm; Hündinnen etwa 66 cm

Farbe: schwarz; braun; weiß mit schwarzen Flecken

Fell: mäßig lang, gerade, nicht gelockt

Gewicht: Rüden ca. 68 kg; Hündinnen ca. 54 kg

Lebenserwartung: 12 Jahre

Erziehungsaufwand:

Familientauglichkeit:

Pflegeintensitaet:

Erziehungsaufwand:

Groessenklasse:

Bewegungsintensität:

Erziehungsaufwand: 2

Familientauglichkeit: 4

Pflegeintensitaet: 3

Größenklasse: 3

Bewegungsintensitaet:

Charakter: , ,

Krankheiten: , , , ,

Familie:

Eignung:

Zuchtverbaende:

Was macht den Neufundländer zu einem besonderen Hund?

Hierzulande hat sich der Neufundländer bereits vor langer Zeit zu einem beliebten Familienhund gemausert. Er ist ruhig und freundlich zu jedermann, widerstandsfähig, genügsam und ausdauernd. Sein Jagdtrieb ist nur noch im Ansatz erhalten und eine gewisse stoische Gelassenheit gepaart mit seiner Selbstsicherheit erfordern bei der Erziehung viel Geduld und Einfühlungsvermögen.

Wie ist die Rasse „€žNeufundländer“€œ entstanden?

Die Vorfahren des Neufundländers waren Hunde, die auf der Insel Neufundland heimisch waren, und die großen, schwarzen Bärenhunde, die mit den Wikingern auf die Insel gekommen waren. Nachdem auch die Europäer die Insel erreichten, vermischten sich noch einige weitere Hunderassen mit den dort heimischen Hunden. Als im Jahr 1610 die Insel kolonisiert wurde, hatte der Neufundländer schon das heutige Aussehen und Wesen. Er war ein wichtiger Helfer der Menschen und zu dritt oder viert vor den Schlitten gespannt zogen die Hunde schwere Lasten vom Inneren des Landes bis zur Küste. Sie zogen die Netze der Fischer ein, apportierten dabei verloren gegangene Fische und zogen sogar die Boote an Land. Die Fähigkeiten des Neufundländers im Wasser sind legendär und damit ist er zum typischen Wasserrettungshund geworden. Vielfach wird er heute bei der Rettung Ertrinkender eingesetzt. Das dichte und Wasser abweisende Fell schützt ihn vor der Kälte, dem Wind und dem kalten Wasser. Wer sich viel mit seinem Hund beschäftigen will, kann ihn seiner Natur entsprechend als (Wasser-)Rettungshund ausbilden. Als Schutzhund ist diese Rasse nicht geeignet. Der Neufundländer ist massiv und hat einen kräftig bemuskelten Körper.

Wie sieht der Neufundländer aus?

Der Körper des Neufundländers ist sehr kompakt, der Körper der Hündin kann etwas länger und weniger massiv sein als der des Rüden. Der Kopf ist massiv, breit und hat einen ausgeprägten Stopp. Der Nasenschwamm ist groß, bei schwarzen Hunden schwarz, bei braunen Hunden braun und bei schwarz-weißen Hunden ebenfalls schwarz. Der Fang ist ausgesprochen quadratisch und mit kurzem, feinem Haar bedeckt. Der Kiefer hat ein Scheren- oder Zangengebiss. Die Augen sind verhältnismäßig klein und liegen weit auseinander. Bei schwarzen und schwarz-weißen Hunden sind sie dunkelbraun, bei braunen Hunden ist ein hellerer Farbton zulässig. Die Ohren sind verhältnismäßig klein, dreieckig und mit abgerundeter Spitze. Der Hals ist kräftig und muskulös, er sollte keine übertriebene Wamme aufweisen. Die Knochenstruktur des Hundes ist massiv, der Körper tief und kräftig. Wenn der Neufundländer schwimmt, dient ihm seine kräftige Rute als Steuer. Sie ist kräftig und breit am Ansatz. Im Stand hängt sie gerade herab, in der Bewegung wird sie gerade und waagerecht getragen. Niemals darf sie über den Rücken eingerollt sein oder gar zwischen den Hinterläufen eingeklemmt. Die Vorderpfoten sind groß, gut gerundet und kräftig mit eng aneinanderliegenden Zehen. Eine Besonderheit ist die Zwischenhaut zwischen den Zehen. Die Hinterpfoten sind kräftig und kompakt, Wolfskrallen sollten entfernt werden, wenn sie vorhanden sind. In der Bewegung vermittelt der Neufundländer den Eindruck von Mühelosigkeit und Kraft. Der Neufundländer hat ein wasserundurchlässiges Stockhaar mit weicher, dichter Unterwolle. Das Deckhaar ist gerade, mäßig lang und nicht gelockt. Die Hunde werden in drei Farben gezüchtet: Schwarz, braun und schwarz-weiß. Schwarz ist die herkömmliche Farbe des Neufundländers. Weiße Abzeichen an Brust, Zehen oder der Spitze der Rute sind erlaubt. Die weiß-schwarze Färbung ist für die Neufundländer von historischer Bedeutung. Bevorzugt wird ein schwarzer Kopf mit weißer sich bis zum Fang erstreckender Blesse, ein schwarzer Sattel und eine schwarze Kruppe. Alles übrige muss weiß sein und darf nur ein Minimum an Tüpfelung aufweisen. Bei braunen Hunden geht das braun von schokoladen- bis zu bronzefarben. Weiße Abzeichen an Brust, Zehen oder Rutenspitze sind zulässig. Die Widerristhöhe beträgt bei erwachsenen Rüden etwa 71 Zentimeter und bei erwachsenen Hündinnen 66 Zentimeter. Im Durchschnitt beträgt das Gewicht der Rüden etwa 68 kg und der Hündinnen 54 kg.

Was ist bei der Haltung des Neufundländers zu beachten?

Bei uns hat sich der Neufundländer bereits vor langer Zeit zu einem beliebten Familienhund gemausert. Er ist ruhig und freundlich zu jedermann, widerstandsfähig, genügsam und ausdauernd. Sein Jagdtrieb ist nur noch im Ansatz erhalten und eine gewisse stoische Gelassenheit gepaart mit seiner Selbstsicherheit erfordern bei der Erziehung viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Entscheidet man sich für einen Neufundländer sollte man ihm genügend Platz und Auslauf anzubieten haben, am besten natürlich ein Haus mit großem Garten. Vor allem aber sollte man ihm Gelegenheit für seine große Leidenschaft geben: Schwimmen. Seine Vergangenheit als Fischer- und Rettungshund hat ihm eine ausgeprägte Passion für das Wasser mit auf den Weg gegeben und seine hohe Intelligenz will mit verschiedenen Aufgaben beschäftigt werden. Blinden Gehorsam wird man von diesem Hund nicht erwarten können. Er gehört zu den wenigen Hunderassen, die in der Lage sind, selbstständig zu handeln. Und das, selbst wenn niemand in der Nähe ist, um die notwendigen Kommandos zu geben. Belegt wird diese Fähigkeit durch die vielen Berichte von Wasserrettungen. Und er ist sehr anhänglich: Immer will er bei seiner Familie sein, ist sehr geduldig mit Kindern und ausgesprochen verträglich mit anderen Haustieren, wenn er nur früh genug daran gewöhnt wird. Und eines ist noch ganz besonders wichtig: Der Neufundländer ist kein Zwingerhund. Mit seinem dicken Fell leidet er in der Wärme und es muss stets für frisches Wasser und Schatten gesorgt sein. Kälte dagegen macht ihm nichts aus.

Unser Tipp: Wie transportiert man einen Neufundländer im Auto?

Der Neufundländer ist ein sehr liebebedürftiger und anhänglicher Hund, der auch gut auf der Rückbank des Fahrzeugs transportiert werden kann. Wie aber kann man sich eines Hundes erwehren, der ständig gestreichelt und am liebsten auf den Schoß möchte? Wenn das Fahrzeug nun weder über eine Ladefläche noch über einen ausreichend großen Kofferraum verfügt, muss der Neufundländer wohl oder übel nun einmal auf der Rückbank Platz nehmen. Abhilfe vor einem lästigen Hund und Schutz bei Unfällen schafft eine Rücksitz-Abtrennung. Diese ist einfach zu montieren und schützt Hund und Mensch im Falle eines Unfalls.

Wie sieht es mit Krankheiten beim Neufundländer aus?

Obwohl der Neufundländer ausgesprochen robust ist, hat auch er ein paar Krankheitsdispositionen, die manchem Hund zu schaffen machen. Wie alle großen Hunde ist er anfällig für Hüftgelenksdysplasie (HD). Auch Venenkrankheiten und Augenprobleme kommen vor, manchmal auch erbliche Nierenerkrankungen und Knochenkrebs. Die Züchter des Neufundländers sind bemüht, durch sorgfältige Selektion der Zuchttiere das Auftreten von Krankheiten zu minimieren. Auch werden sie dem Interessenten mit Rat und Tat zur Seite stehen, denn bei der Haltung des Neufundländers sind einige Dinge zu beachten … wie eigentlich bei jeder anderen Hunderasse auch. Neufundländer-Züchter sind in unserer Datenbank zu finden, bei diesen werden sie umfassend und kompetent beraten.

Was muss bei der Ernährung des Neufundländers beachtet werden?

Der Neufundländer gilt als guter Futterverwerter. Aus diesem Grund neigt er schnell zur Fettleibigkeit. Hier muss vor allem bei Trockenfutter darauf geachtet werden, dass die Menge an Alter, Gesundheitszustand und Aktivität angepasst wird. Die Mengenangaben auf den Verpackungen sind für den Neufundländer nicht immer passen. Hier ist auch ein gutes Maß an Augenmaß erforderlich. Dem großen Neufundländer tut man einen Gefallen, wenn man ihm die Möglichkeit gibt sein Futter auf Schulterhöhe aufzunehmen. Eine höhenverstellbare Futterbar leistet hier sehr gute Dienste und vermeidet Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich.

Welche Pflege braucht das Fell des Neufundländers?

Laut Rassestandard besitzt der Neufundländer ein dichtes, langes und doppeltes Fell. Dieses dichte Fell braucht leider eine besondere Pflege. Zweimal im Jahr durchläuft der Neufundländer einen Fellwechsel. Neufundländer-Besitzer wissen, was gemeint ist: Überall in der Wohnung finden sich Wollmäuse und wenn man glaubt, dass man beim Bürsten alle losen Haare erwischt hat, geht es doch wieder von vorne los. Filzstellen im Fell sind unbedingt sofort zu entfernen, da sie Hautkrankheiten begünstigen. Nach jedem Spaziergang ist es Pflicht, das Fell nach Dornen, Blättern, Kletten, Erde und anderen „Mitbringseln“ abzusuchen und mindestens einmal pro Woche ist eine gründliche Reinigung fällig.

Gibt es „Arbeitsmöglichkeiten“ für den Neufundländer?

Durch seinen Einsatz als Fischerhund ist dem Neufundländer seine historische Wasserverbundenheit erhalten geblieben und der Hund ist damit geradezu prädestiniert für die Arbeit im Wasser, z.B. bei der Wasserrettung. Erhalten geblieben ist ihm ebenfalls seine Freude am Ziehen von Lasten. In Kanada und den USA gibt es bei verschiedenen Arbeitsbereichen sogar den Titel eines Champion zu erringen.

Unser Tipp: Das Arbeitsgeschirr für den Neufundländer

Speziell für das Ziehen von Lasten wurden Zuggeschirrsysteme für den Hund entwickelt. Setzen Sie Ihren Neufundländer doch einmal zum Skijöring ein!

Unser Fazit zum herrlichen Neufundländer

Das hervorstechendste Merkmal des Neufundländers ist sicherlich seine unglaubliche Liebenswürdigkeit, die er auch Fremden und anderen Tieren gegenüber an den Tag legt. Er ist Freund und Begleiter gleichzeitig, dabei einfühlsam und majestätisch. Er ist Bewacher seiner Familie, aber ohne jede Aggression. Im Gegensatz zum Jagdtrieb, der kaum noch vorhanden ist, blieb sein Rettungsinstinkt erhalten. Er lernt sehr leicht und es gelingt ihm schnell, sich auf eine neue Situation einzustellen. Wer mehr über diese herrlichen Hunde wissen möchte, ist sicherlich mit einem Ratgeber als Lektüre sehr gut beraten. Selbst erfahrene Besitzer eines Neufundländers werden hier noch die eine oder andere Information finden, die ihnen bis jetzt nicht bekannt war.

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