Hunde und Schokolade: wenn das Leckerli zur Gefahr wird

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Liebst du deinen Hund? Was für eine Frage. Natürlich tust du das. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass du von Zeit zu Zeit auch gerne ein Stück Schokolade isst. Dagegen spricht selbstverständlich nichts. Was du jedoch nicht machen solltest, ist deinem Hund etwas von der Schokolade abzugeben.

Denn während dich zu viel Schokolade auf Dauer vielleicht dick macht, ist sie für deinen Hund bereits in kleinen Mengen schädlich und kann zu einer lebensgefährlichen Schokoladenvergiftung führen.

In diesem Artikel erklären wir dir, warum Schokolade für Hunde giftig ist, welche Symptome der Verzehr auslöst und welche Maßnahmen im Notfall zu ergreifen sind. Außerdem erfährst du, mit welcher Alternative du deinen vierbeinigen Schokoladenfan stattdessen belohnen kannst.

Schokoladenvergiftung beim Hund durch Theobromin

Dass Schokolade für Hunde giftig ist, liegt an dem in ihr enthaltenen Theobromin. Theobromin ist ein Stimulans, welches sowohl in Kakaobohnen als auch in Teepflanzen und Kolabäumen enthalten ist.

Die Wirkung von Theobromin ähnelt der von Koffein, ist jedoch deutlich schwächer. Auf deinen Körper wirkt Theobromin anregend. Es erweitert die Gefäße und sorgt für eine Stimmungsaufhellung. Erst große Menge können Beschwerden wie Kopfschmerzen auslösen.

Bei deinem Hund sieht das jedoch anderes aus. Bei ihm kann der Verzehr von Schokolade zu einer Theobrominvergiftung führen. Das liegt daran, dass Hunden (ebenso wie Katzen und einigen anderen Tieren) bestimmte Enzyme für den Abbau von Theobromin fehlen.

Symptome einer Theobrominvergiftung

In der Regel zeigt sich eine Vergiftung mit Theobromin bei einem Hund nach ungefähr zwei bis vier Stunden mit den ersten Symptomen. In seltenen Fällen können, nachdem dein Hund Schokolade gefressen hat, aber auch 12 Stunden vergehen, bis Beschwerden auftreten.

Zunächst macht sich das Theobromin bei deinem Hund mit folgenden Symptomen bemerkbar:

  • Erhöhter Durst
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Ein geschwollener Bauch

Ab wann die Dosis gefährlich wird

Welche Folgen eine Schokoladenvergiftung für deinen Hund hat, ist in erster Linie von der Menge an Theobromin, die er aufgenommen hat, abhängig. Zu den genannten Symptomen kommt es bereits ab einer Menge von ungefähr 20 Milligramm je Kilo Körpergewicht.

Bei etwa 40 bis 50 mg können zusätzlich Herzrhythmusstörungen und Herzrasen auftreten. Ab 60 mg verursacht Theobromin bei deinem Hund darüber hinaus Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle.

Die letale (tödliche) Dosis für Hunde liegt bei circa 300 mg Theobromin je kg Körpergewicht. Der Tod tritt in diesem Fall in der Regel nach 12 bis 36 Stunden durch Atemstillstand, aufgrund einer Überwärmung des Körpers oder infolge der Herzrhythmusstörungen ein.

Der Gehalt an Theobromin variiert je nach Schokolade

Die Menge an Theobromin variiert je nach Schokoladensorte. Während der Gehalt in getrocknetem Kakaopulver und Bitterschokolade mit 28,5, beziehungsweise 16 mg pro Gramm besonders hoch ist, liegt er bei Zartbitterschokolade nur noch bei 5,7 mg und bei Milchschokolade sogar lediglich bei 2,3 mg. Weiße Schokolade enthält hingegen fast gar kein Theobromin. In ihr sind es gerade einmal 0,009 mg.

Das Risiko einer lebensgefährlichen Schokoladenvergiftung ist für deinen Hund beim Verzehr von Bitterschokolade oder reinem Kakaopulver daher deutlich höher, als wenn er Milchschokolade gefressen hat. Nichtsdestotrotz kann auch eine ausreichende Menge an Milchschokolade zumindest für kleinere Hunde ernste Folgen haben.

Dein Hund hat Schokolade gefressen?

Wenn dein Hund Schokolade gefressen hat, ist schnelles Handeln gefragt. Ein kleines Stück mag für ein großes Tier möglicherweise harmlos sein. Doch vor allem wenn du dir bei der verzehrten Menge nicht sicher bist, solltest du das Thema Hunde und Schokolade nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Wir raten dir daher in jedem Fall umgehend einen Tierarzt aufzusuchen, der die notwendige Behandlung übernehmen und die Folgen der Schokoladenvergiftung hoffentlich in Grenzen halten kann.

Liegt der Verzehr erst kurz zurück, sollte dein Hund dazu gebracht werden, sich zu übergeben. Auf diese Weise gelangt zumindest ein Teil des Theobromins aus seinem Körper, bevor es aufgenommen werden und Schaden anrichten kann.

Zur Behandlung der Theobrominvergiftung deines Hundes wird der Tierarzt folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Gabe von Aktivkohle (Die Aktivkohle bindet bereits aufgenommenes Theobromin und sorgt für dessen Ausscheiden mit dem Kot.)
  • Infusionen (Infusionen verdünnen das Theobromin, welches im Blutplasma enthalten ist und unterstützt das Ausscheiden über die Nieren.)
  • Gegebenenfalls Legen eines Harnkatheters (Der Katheter hilft dabei zu verhindern, dass der Körper deines Hundes das Theobromin über die Blasenwand wieder aufnimmt.)
  • Gabe von Medikamenten (Medikamente können dabei helfen, die akuten Symptome der Schokoladenvergiftung bei deinem Hund zu lindern.)

Prognose für Hunde mit Schokoladenvergiftung

Ob sich dein Hund von der Schokoladenvergiftung erholt, hängt nicht nur von der verzehrten Menge, sondern auch dem Zeitpunkt der Gegenmaßnahmen ab. Beginnt die Behandlung durch den Tierarzt innerhalb der ersten vier Stunden, nachdem dein Hund Schokolade gefressen hat, stehen die Chancen in der Regel gut.

Hat das Theobromin jedoch bereits zu Störungen mit dem Zentralen Nervensystem geführt, ist die Prognose in den meisten Fällen deutlich schlechter. Denn auch wenn das Theobromin an sich zu keinen bleibenden Schäden führt, können die durch die Vergiftung hervorgerufenen Komplikationen, wie zum Beispiel eine Überwärmung des Körpers, dauerhaften Schaden hinterlassen.

Hundeschokolade als unbedenkliche Alternative

Statt deinen Vierbeiner den Risiken einer Theobrominvergiftung auszusetzen, solltest du alternativ zu spezieller Schokolade für Hunde greifen. In einer solchen Hundeschokolade ist der Gehalt an Theobromin stark reduziert,sodass der Verzehr für Hunde unbedenklich ist.

Zusätzlich enthält Schokolade für Hunde in der Regel nur wenig Kakao, ähnelt ansonsten jedoch, was Form und Inhaltsstoffe angeht, weitgehend herkömmlicher Schokolade. Auch sie besteht zu großen Teilen aus Zucker, Milch und Molkereierzeugnissen sowie Ölen und Fetten. Häufig werden der Hundeschokolade außerdem noch Vitamine beigefügt.

Wenn du deinem Hund mit Schokolade etwas Gutes tun möchtest, ist sie daher die richtige Alternative zu den Leckereien aus deinem eigenen Vorrat. In Anbetracht des hohen Zuckergehalts sollte dir jedoch klar sein, dass Hundeschokolade nichts ist, was dein Vierbeiner im Übermaß verzehren darf. Denn wie bei dir kann zu viel Zucker auch bei deinem Hund zu Übergewicht und Gesundheitsproblemen führen.

Hunde und Schokolade – unser Fazit

Leider denken nach wie vor viele unwissende Tierhalter, dass sie ihrem Vierbeiner mit einem schokoladigen Leckerli etwas Gutes tun. Für betroffene Hunde hat dieses Unwissen jedoch oft fatale Folgen. Nicht selten endet die vermeintliche Belohnung tödlich oder verursacht zumindest bleibende Beeinträchtigungen.

Wie du siehst, sind Hunde und Schokolade also zwei Dinge, die du unbedingt voneinander fernhalten solltest. Das gilt auch für kleine Mengen, selbst wenn diese sehr wahrscheinlich keine akute Vergiftung auslösen werden.

Bedenke stets, dass der Körper deines Hundes nicht dazu in der Lage ist, das in der Schokolade enthaltene Theobromin abzubauen. Falls du den Vierbeiner mit einem schmackhaften Snack verwöhnen möchtest, gib ihm ein Stück Hundeschokolade oder greife am besten gleich zu gesunden und zuckerfreien Hundeleckerlis. Letztere werden bei deinem Hund ohnehin mindestens genauso gut ankommen wie Süßigkeiten.

Und sollte dein Hund versehentlich doch einmal Schokolade gefressen haben, suche umgehend einen Tierarzt mit ihm auf. Dieser kann die notwendigen Behandlungsmaßnahmen veranlassen und deinem Vierbeiner so vielleicht sogar das Leben retten.