Vom Jäger zum Tempeltier

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Dass Katzen gerne Mäuse jagen, ist kein Geheimnis. Dass sie allerdings im alten Ägypten aufgrund dieser Eigenschaft so sehr verehrt wurden, dass jedem, der einer der zahlreichen Samtpfoten ein Haar krümmte, die Todesstrafe drohte, dürfte weitläufig nicht bekannt sein.

Der Kult um die Katze im Alten Ägypten ergab sich schlicht aus der hohen Bedeutung der Getreidekammern im Land. Als Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung erwies es von unermesslichem Wert, Mäuse und andere Schädlinge vom Korn fernzuhalten – und gab es eine geeignetere Lösung, als hier den natürlichen Feind der kleinen Nagetiere auf diese loszulassen? Besondere Huldigung erfuhren die heutigen Stubentiger zu Erntezeiten, und schließlich gingen die alten Ägypter sogar dazu über, ihren Sonnengott Ra als Kater, sowie seine Tochter Bastet in Form einer Katze abzubilden und darzustellen: Die Aufgabe eines Katzenpriesters war geschaffen.

Ähnlich den Pharaonen, erhielten die Tiere nach ihrem Tod teilweise prächtige Bestattungszeremonien, wurden einbalsamiert und als Mumien in Särge gelegt. Katzenfriedhöfe waren im alten Ägypten mindestens so verbreitet wie solche für Zweibeiner.

Trotz des Ausfuhrverbots der heiligen Tiere aus dem Land, gelangten Katzen schließlich nach und nach auf das europäische Festland – sei es, dass Schmuggler das Wagnis des Katzentransportes eingingen, sei es, dass sich die neugierigen Tiere selbst einen Platz als blinder Passagier auf einem Schiff erobert haben. Ob Menschen oder Katzen selbst: Ihnen verdanken wir unseren heutigen Stubentiger, der wohl aus einer Kreuzung der ägyptischen Falbkatze mit der europäischen Waldwildkatze hervorgegangen ist.

Neben dem Hund ist die Katze das beliebteste Haustier in Deutschland und wenn es darum geht, dem vierbeinigen Mitbewohner etwas Gutes zu tun, ist kein Katzenzubehör zu teuer. Auch, wenn die wenigsten dieser in Haus oder Wohnung gehaltenen Tiere dies heute noch mit täglicher Mäusejagd dankt!

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