Giftköder – was tun?

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Zittern, Erbrechen und auffällige Schlappheit: Zeigt der Hund diese Symptome, könnte er einen Giftköder gefressen haben. Doch was ist bei einer Vergiftung zu tun und welche Vorsorgemaßnahmen kann der Halter treffen?

  Symptome und Folgen von Rattengift und „präparierten Köstlichkeiten“

Die Auswirkungen einer Vergiftung sind verheerend. Meist erfolgt die Reaktion auf die Aufnahme des Giftes erst nach zwei bis drei Tagen. Dann ist eine Behandlung häufig schon zu spät. Nehmen Sie daher sofort Kontakt zu Ihrem Tierarzt auf, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht. Da für verschiedene Gifte unterschiedliche Maßnahmen notwendig sind, ist es für den Tierarzt hilfreich, wenn Sie die Art der Vergiftung angeben können.

Erbrochenes oder Kot des Tieres helfen dem Arzt zum Beispiel, eine genauere Untersuchung durchzuführen. Die Tiere zeigen zunächst keine auffälligen Symptome außer einer massiven Müdigkeit und Schlappheit. Am dritten Tag leidet der Hund unter blutigem Durchfall und Erbrechen. Innerhalb von drei bis fünf Tagen kann der Hund an inneren Blutungen und Organversagen sterben.

Gängige Giftköder sind auch Hackbällchen mit Scherben oder Rasierklingen. In diesem Fall haben die Tiere kaum eine Chance. Eine Notoperation rettet eventuell das Leben des Hundes, aber die Folgen werden ihn ein Leben lang begleiten.

  Giftköder: So handeln Sie richtig

Gerade im Fall von Giftködern ist es wichtig, dass der Hund lernt, Essbares auf der Straße liegen zu lassen. Mit etwas Übung kann der Halter durch Ruhe und Gelassenheit sowie einem stets noch schmackhafteren Happen in der Tasche den Hund zum Tausch bewegen, weiß Hundetrainerin Katja Krauß.

Durch Verbote erreicht der Halter genau das Gegenteil: Das Essen auf der Straße wird noch attraktiver als zuvor. Üben Sie mit Ihrem Hund außerdem ein, dass er auf Ihr Signal zu Ihnen kommt und belohnen Sie sein Verhalten. Mit der Zeit können Sie den Schwierigkeitsgrad erhöhen, so dass er auch bei Ablenkung reagiert. Beschäftigen Sie Ihren Hund während der Spaziergänge, indem Sie Leckerchen verstecken und suchen lassen. Dadurch ist der Hund abgelenkt und geht nicht eigenständig auf Futtersuche.

Durch einen Erste-Hilfe-Kurs können Sie sich ebenfalls auf den Notfall vorbereiten. Wie man Vergiftungserscheinungen sicher erkennen kann und welche Maßnahmen direkt nach der Vergiftung notwendig sind, erlernen Sie hier schrittweise. Der Besuch eines solchen Kurses ist für jeden Hundehalter empfehlenswert. Hundeschulen oder Organisationen wie beispielsweise der Arbeiter Samariter Bund (ASB) bieten regelmäßig spezielle Kurse für Hundebesitzer an.