Anaplasmose beim Hund

Vollgesogene Zecke auf braunen Hund

Anaplasmose ist eine Infektionskrankheit, an der dein Hund in Folge eines Zeckenstichs erkranken kann. Sie gilt wie Borreliose oder Leishmaniose ebenfalls als Mittelmeerkrankheit, was aufgrund ihrer weiten Verbreitung mittlerweile jedoch recht irreführend ist.

Der Verlauf der Erkrankung an Anaplasmose kann ganz unterschiedlich ausfallen und hängt im Wesentlichen von der Potenz des jeweiligen Erregerstamms sowie dem generellen Allgemeinzustand deines Hundes ab. Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung stehen die Heilungschancen in der Regel jedoch sehr gut.

Was ist Anaplasmose?

Anaplasmose wird durch Bakterien der Gattung Anaplasma phagocytophilum ausgelöst. Diese Bakterien dringen in eine bestimmte Gruppe von weißen Blutkörperchen, die Granulozyten, ein, wo sie sich vermehren und sie zerstören. Dadurch werden bei einer Infektion mit Anaplasmose gravierende Folgeschäden verursacht.

Die Erreger wurden früher zur Gattung Ehrlichia gezählt. In älterer Literatur wird die Anaplasmose daher zum Teil noch als Granulozytäre Ehrlichiose bezeichnet.

Ursachen einer Anaplasmose-Infektion beim Hund

Bei Anaplasmose handelt es sich um eine der Krankheiten, die von Zecken übertragen werden. Insbesondere der Gemeine Holzbock trägt den Erreger häufig in sich. Obwohl Anaplasmose zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten gezählt wird, besteht auch bei uns ein Infektionsrisiko. Das liegt daran, dass der Gemeine Holzbock fast in ganz Europa verbreitet ist.

Wird dein Hund von einer Zecke, welche die Erreger in sich trägt, gestochen, können diese während des Blutsaugens in den Körper des Vierbeiners gelangen. Bis es zu einer Übertragung der Bakterien, und damit zu einer Infektion mit Anaplasmose, kommt, dauert es zwischen 24 und 48 Stunden.

Symptome einer Anaplasmose-Infektion beim Hund

Die Inkubationszeit einer Anaplasmose beträgt zwischen 2 und 20 Tagen. Das bedeutet, dass bei deinem Hund nach einer Infektion frühestens in diesem Zeitraum Symptome der Erkrankung auftreten können.

Ob und in welchem Umfang es zu Symptomen kommt, lässt sich im Vorfeld nicht sagen. In vielen Fällen zeigen sich trotz einer Infektion mit Anaplasmose keinerlei Beschwerden. Je nach Potenz des Erregerstamms, der deinen Hund befallen hat, ist jedoch auch ein sehr schwerer Verlauf möglich.

Zu den typischen Symptomen einer Anaplasmose zählen dann unter anderem:
  • Fieber
  • Mangelnder Appetit
  • Abgeschlagenheit
  • Gewichtsverlust
  • Geschwollene Gelenke
  • Muskelverhärtungen
  • Lahmheit
Des weiteren kann die Anaplasmose bei deinem Hund eine Polyarthritis verursachen. Diese entzündliche Autoimmunkrankheit kann neben den Gelenken unter anderem auch Organe befallen.

Darüber hinaus ist eine Abnahme der Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut eine typische Folge einer Infektion mit Anaplasmose. Eine solche Thrombozytopenie geht mit einer verstärkten Neigung zu Blutungen einher und äußert sich zum Beispiel durch Blutungen der Schleimhäute, Nasenbluten sowie Organblutungen. Je nachdem welche Organe von Blutungen betroffen sind, kann es zu weiten Symptomen, wie zum Beispiel Husten, neurologischen Störungen oder Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt, kommen.

Da der Gemeine Holzbock nicht nur Anaplasmose-Erreger, sondern auch Borrelien in sich tragen kann, ist auch eine gleichzeitige Infektion mit Borreliose möglich. In diesem Fall treten die Krankheitssymptome in der Regel deutlich stärker auf, als bei einer alleinigen Erkrankung an Anaplasmose.

Diagnose einer Anaplasmose-Infektion beim Hund

Sofern du den Verdacht hast, dass dein Hund sich mit Anaplasmose infiziert hat, solltest du ihn von einem Tierarzt testen lassen. Dieser hat die Möglichkeit, einen Immunfluoreszenztest durchzuführen. Bei einem solchen Test wird das Blut deines Hundes auf Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum untersucht. Bis diese nachgewiesen werden können, dauert es ungefähr 30 Tage.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines direkten Erregernachweises. Die dabei verwendete Methode nennt sich Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Sie dient bei einem unklaren serologischen Befund dem Nachweis einer akuten Infektion.

Da aktuell kein Verfahren zur Verfügung steht, mit dem eine Infektion an Anaplasmose zweifelsfrei diagnostiziert werden kann, müssen für eine endgültige Diagnose folgende Kriterien erfüllt werden:
  • Der direkte Erregernachweis ist positiv.
  • Der Hund leidet unter Thrombozytopenie.
  • Die Behandlung bewirkt innerhalb weniger Tage einen Anstieg der Blutplättchen.

Behandlung einer Anaplasmose-Infektion beim Hund

Zur Behandlung von Anaplasmose erhält dein Hund ein geeignetes Antibiotikum, welches er in der Regel für eine Dauer zwischen zwei und vier Wochen einnehmen muss. Verbreitet ist Doxycyclin. Weitere Antibiotika, die bei Anaplasmose eingesetzt werden, sind Oxytetracyclin und Tetracyclin. Ob die Therapie anschlägt, wird anhand der Anzahl an Blutplättchen im Blut überwacht.

Ergänzend werden bei Bedarf eventuell vorhandene Symptome zum Beispiel mit Schmerzmitteln oder Mitteln gegen Entzündungen behandelt. Falls die Anaplasmose bei deinem Hund einen schweren Verlauf nimmt, können darüber hinaus auch Bluttransfusionen erforderlich sein.

Für gewöhnlich wird Anaplasmose nur behandelt, wenn tatsächlich klinische Symptome auftreten. Kommt es trotz einer Infektion zu keinen Beschwerden, wird also auf eine Therapie verzichtet.

Heilungschancen bei einer Infektion mit Anaplasmose

Wird die Anaplasmose bei deinem Hund rechtzeitig erkannt und behandelt, stehen die Chancen gut, dass dein Vierbeiner schon bald wieder vollständig gesund ist und keine bleibenden Schäden davonträgt.

Im Falle einer fortgeschrittenen Erkrankung stehen die Prognosen allerdings deutlich schlechter. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du bei Symptomen, die auf eine Anaplasmose hindeuten, umgehend einen Tierarzt aussuchst und deinen Hund testen lässt.

Vorbeugung einer Anaplasmose-Infektion

Was für andere durch Zecken übertragene Krankheiten wie Borreliose gilt, gilt auch für Anaplasmose. Die beste Vorbeugung einer Infektion ist ein wirksamer Schutz vor Zecken. Denn wenn dein Hund nicht von einer Zecke gestochen wird, kann er auch nicht an Anaplasmose erkranken.

Wir empfehlen dir daher folgende Maßnahmen als Zeckenschutz umzusetzen:

 

  • Verwende ein Zeckenschutzmittel mit einer abschreckenden Wirkung. (Beachte dabei jedoch, dass chemische Wirkstoffe verschiedene Nebenwirkungen haben können. Natürliche Zeckenmittel können daher unter Umständen die bessere Wahl darstellen.)
  • Suche deinen Hund nach dem Gassigehen gründlich auf Zecken ab. (Höre nicht sofort auf, sobald du einen der Parasiten entdeckt hast. Denn die Chancen, dass du noch mehr von ihnen findest, sind groß.)
  • Entferne die Zecken sofort aus dem Fell. Im Idealfall gelingt dir das, bevor sie zugestochen haben. (Ist es dafür bereits zu spät, gilt es die Zecke samt Kopf mit einer Zeckenzange zu entfernen. Gelingt dir das zeitnah, sind die Chancen gut, dass es noch nicht zu einer Übertragung der Erreger gekommen ist.)

 

Ist Anaplasmose ansteckend?

Nicht nur Hunde können an Anaplasmose erkranken. Auch für andere Säugetiere und Menschen stellt die Infektionskrankheit ein Risiko dar. Es handelt sich daher um eine sogenannte Zoonose. Eine direkte Übertragung vom Hund auf den Menschen oder ein anderes Tier ist jedoch so gut wie ausgeschlossen. Stattdessen erfolgt die Infektion auch hier durch den Stich einer Zecke.

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