Chlamydien bei Katzen

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Chlamydien sind Bakterien, die keinen eigenen Stoffwechsel haben. Sie können sich daher nur in Zellen anderer Organismen, z.B. der Katze, vermehren. Chlamydien befallen vorwiegend die Schleimhäute der Atemwege und die Augen der Katze. Die Krankheit beginnt meist mit einer einseitigen Bindehautentzündung und flüssigem, später auch dickem, Ausfluss am Auge.

Eiterbildung ist möglich. Die Bindehaut des Auges ist rot und geschwollen. Fieberschübe bis zu 40 Grad Celcius, Schnupfen und Husten können hinzukommen. Aufgrund ähnlicher Symptome wird die Krankheit häufig mit Katzenschnupfen verwechselt. Nach etwa einer Woche zeigen sich die Symptome auch am zweiten Auge. Die Erkrankung wird durch Bakterien übertragen, die über den Kot eingeatmet werden. Besonders häufig kommen die Bakterien in den Ausscheidungen von Papageien oder Wellensittichen vor, daher auch die Bezeichnung „Papageienkrankheit“.

Eine Infektion mit Chlamydien bei Katzen äußert sich meist in Fruchtbarkeitsstörungen, Fehlgeburten und Augenentzündungen. Erkrankungen des Zentralen Nervensystems und des Bewegungsapparates können hinzukommen. Eine mit Chlamydien infizierte Katze muss nicht zwangsläufig erkranken – die Tiere dienen häufig nur als Überträger. Rechtzeitig behandelte Infektionen ziehen in der Regel keine Folgeschäden nach sich. In einem fortgeschrittenen Stadium ist die Heilung oft nicht mehr möglich. Unbehandelt kann die Infektion tödlich verlaufen.

  Symptome

  •   rote, geschwollene Bindehaut
  •   Augenausfluss
  •   grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schupfen, Husten

  Therapie

Die Behandlung ist sehr langwierig und kann bis zu sechs Monaten dauern. Der Tierarzt wird der Katze hochdosierte Antibiotika verschreiben. Zusätzlich erhält die Katze Medikamente, die das Immunsystem stärken. Gegen den Ausfluss helfen Augen- und Nasensalbe.

  Veteri-Tipp

  Beim Kontakt mit infizierten Tieren ist auf äußerste Hygiene zu achten, d. h. sollte man folgendes Tragen:

  •   Gummihandschuhe
  •   desinfizierbare Kleidung
  •   Mundschutz

  Vorsicht: Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich!


  Eine Infektion mit Chlamydien ist insbesondere für schwangere Frauen höchst gefährlich und der Kontakt zu erkrankten Katzen sollte in jedem Fall unterbleiben.

So kann eine Verbreitung und Ansteckung der Krankheit vermieden werden. Mit Chlamydien infizierte Katzen sollte in absoluter Quarantäne gehalten werden. Kein Freilauf und kein Kontakt zu anderen Tieren! Generell ist eine Schutzimpfung zur Vorbeugung einer Chlamydien-Infektion möglich. Diese bietet aber keinen hundertprozentigen Schutz. Vor allem Katzenzüchtern oder Tierhalter mit Vögeln und Katzen sollten eine Impfung der Katzen in Erwägung ziehen.